CDU Schwäbisch Gmünd

Pressemitteilung, Schwäbisch Gmünd, 08.06.2026

Auf Einladung des CDU-Stadtverbands Schwäbisch Gmünd stellte Frank Reitmajer, Vorstand der EnBW ODR AG, den aktuellen Stand der Energiewende in Ostwürttemberg vor.

Dabei wurde deutlich: Die Region hat beim Ausbau der erneuerbaren Energien bereits erhebliche Fortschritte erzielt. Gleichzeitig stehen Netzbetreiber, Kommunen, Unternehmen und Bürger vor gewaltigen Herausforderungen. Im Netzgebiet der Netze ODR GmbH sind inzwischen mehr als 50.000 EEG-Anlagen mit einer installierten Leistung von rund 1,4 Gigawatt in Betrieb. Bereits heute stammen über 80 Prozent der eingespeisten Strommenge aus erneuerbaren Quellen. Besonders die Photovoltaik hat sich dynamisch entwickelt und stellt mittlerweile den größten Anteil der installierten Leistung.

 

 

Für die CDU Schwäbisch Gmünd ist jedoch klar: Der Erfolg der Energiewende darf nicht allein an immer neuen Ausbauzielen gemessen werden. Entscheidend ist, dass Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz gleichermaßen berücksichtigt werden. Genau auf dieses sogenannte „energiepolitische Dreieck“ verwies auch Reitmajer in seinem Vortrag. Besonders eindrucksvoll waren die Zahlen zum notwendigen Netzausbau. Bis 2045 soll die Erzeugungsleistung im Netzgebiet der ODR von heute rund 1,2 Gigawatt auf etwa 6,1 Gigawatt anwachsen. Dafür müssten zahlreiche Umspannwerke erweitert oder neu gebaut sowie Tausende Kilometer zusätzlicher Leitungen verlegt werden. Allein bis 2030 plant die ODR Investitionen von rund 600 Millionen Euro in ihre Stromnetze; bis 2045 werden weitere Milliardenbeträge erforderlich sein.

Die CDU sieht darin einen wichtigen Hinweis für die politische Debatte. Wer zusätzliche Windkraft- und Photovoltaikanlagen fordert, muss auch die Folgekosten für Netze, Speicher und Versorgungssicherheit ehrlich benennen. Die Energiewende wird nur dann Akzeptanz finden, wenn sie für Bürger und Unternehmen bezahlbar bleibt. Nach Einschätzung der ODR könnten sich die Netzentgelte langfristig deutlich erhöhen, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Zugleich wurde deutlich, dass die Energiepolitik vor neuen geopolitischen Unsicherheiten steht. Der Krieg in der Ukraine, internationale Handelskonflikte und mögliche Störungen globaler Lieferketten zeigen, wie wichtig eine sichere und widerstandsfähige Energieversorgung für Deutschland bleibt. Versorgungssicherheit müsse deshalb auch künftig einen hohen Stellenwert behalten.

Der CDU-Stadtverband Schwäbisch Gmünd nimmt aus dem Vortrag die Botschaft mit, dass die Energiewende nicht allein eine Frage des Ausbaus erneuerbarer Energien ist. Ebenso wichtig sind leistungsfähige Netze, ausreichende Speicherkapazitäten, planbare Rahmenbedingungen und eine konsequente Kostenkontrolle. Nur wenn Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit zusammen gedacht werden, kann die Transformation des Energiesystems dauerhaft erfolgreich sein. Kreisrat Christoph Hald forderte zwar einen Neuanfang bei der Atomkraft, allerdings machte Reitmajer klar, dass eine solche Option – wenn überhaupt – frühestens in 25 Jahren Früchte tragen könnte, beim Energiepreis und den Kosten des Leitungsausbaus aber sofortige Lösungen gebraucht würden. Die stv. Stadtverbandsvorsitzende und Bundestagsabgeordneten Dr. Inge Gräßle dankte Frank Reitmajer für die offenen Einblicke in die Herausforderungen der regionalen Energieversorgung. Die Diskussion habe gezeigt, dass die Energiewende vor allem eine Infrastrukturaufgabe sei – und dass dabei wirtschaftliche Vernunft und gesellschaftliche Akzeptanz eine zentrale Rolle spielen müssen.